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Berti Kamps stellt in der Volksbank aus

Die gebürtige Dammerin hat in Indien, Nepal, Bhutan, Laos und Burma viele Mädchen und Frauen porträtiert. Die eindrucksvollen Gesichter und die Lebensumstände der Frauen sind ihr Thema

Berti Kamps: "Mädchen- und Frauenbilder Asiens"

Schermbeck. Es sind Momente wie diese: Der Stolz einer Arbeiterin in einem Teegarten im indischen Darjeeling. Die Lebensfreude auf den Gesichtern der fünf Fischermädchen in Südlaos, die im Ruderboot selbstbewusst auf dem Mekong schippern. Der skeptische, alles durchdringende Blick, mit dem die nepalesische Bäuerin die Fremde mustert. Was Berti Kamps dazu bringt, genau dann auf den Auslöser zu drücken, vermag sie selbst kaum zu beschreiben. Nennen wir es also Timing und Intuition. Wie intensiv die doch eigentlich alltäglichen Szenen wirken, kann jeder ab heute in der Volksbank Schermbeck erleben. Um 17 Uhr eröffnet anlässlich des Weltmädchentages die Ausstellung „Mädchen- und Frauenbilder Asiens“. Rund 30 Fotografien geben Einblick in die Seelen von Frauen am anderen Ende der Welt.

 

Bei Reisen durch Indien, Nepal, Bhutan, Laos und Burma hat Berti Kamps viele Mädchen und Frauen porträtiert. Zwei Serien sind daraus entstanden. Während die erste aus Gesichtern besteht, rückt die zweite auch die Lebenssituationen in den Blick. Die Volksbank zeigt jetzt eine Kombination. Alle Bilder wurden zwischen 2011 und 2015 aufgenommen. Kamps war jeweils für mehrere Wochen mit dem Motorrad unterwegs. Die beste Art, an Orte zu gelangen, die Touristen sonst verschlossen bleiben, weiß sie: „Wenn mich etwas interessiert hat, konnte ich jederzeit anhalten.“

 

Alles begann in Damm

Alles begann jedoch im beschaulichen Damm, heute Teil von Schermbeck. Hier kam Berti Kamps 1961 zur Welt, hier fühlt sie sich immer noch heimisch, obwohl sie bereits seit ihrem Studium der Sozialarbeit in Düsseldorf lebt: „Damm bleibt ein Stück Zuhause.“ Die junge Berti wuchs in großer Freiheit auf. Mit ihrem Bruder und ihrem Cousin streifte sie durch die Natur, eine spannende Forschungsreise – vom Gelände der alten Ziegelei bis zum Mühlenteich mit den lustigen Enten. Diese Zeit hat ihre Kreativität geprägt, davon ist sie überzeugt. „Aber das ist kennzeichnend für uns Kinder der Wirtschaftswunderjahre: Wir waren erwünscht, hatten aber auch genügend Freiheit, um alles auskundschaften zu können.“

 

Nach dem Abitur machte Berti Kamps den Motorradführerschein. Der Radius wurde größer. Sie fuhr durch die Umgebung, durch Deutschland, dann in fremde Länder. Reisen wurde zur Leidenschaft. In dieser Zeit bekam sie auch ihre erste Kamera geschenkt. Eine ideale Kombination. 1997 zeigte Kamps eine Ausstellung über Frauen der Maghreb-Region in Düsseldorf. Der Beginn eines konzeptionellen künstlerischen Schaffens. Im selben Jahr flog sie das erste Mal nach Asien. Im Norden Thailands lieh sie sich ein Motorrad. Erst wollte man es ihr als Frau nicht geben, aber Kamps setzte sich durch. Allein fuhr sie bis zum Goldenen Dreieck an der burmesischen Grenze. Unterwegs: immer neue Begegnungen, neue Bilder.

 

Diese Faszination ist geblieben. Und immer noch sind es überwiegend Frauen, die sie auf ihren Reisen in den Bann ziehen, „vielleicht weil man zu Frauen schwerer einen Zugang findet.“ Kamps Fotografien dokumentieren ein hartes, arbeitsreiches Leben, aber auch viel Heiterkeit und Spiritualität, eine „Mischung aus Selbstbewusstsein und Verletzlichkeit“, der sie vielerorts begegnet ist. Wobei sie auch große Unterschiede erlebte: Während Frauen etwa in Nepal seelische und körperliche Unterdrückung erfahren, entdeckte Kamps im Königreich Bhutan ein Matriarchat. „Ein Shangri-La der Frauen. In jedem Ort begrüßen sie dich, aufrecht und stolz.“

 

Vielleicht ist es das, was ihre Bilder so spannend macht. Die Vielschichtigkeit von Leben. Ein Lachen, das von Herzen kommt. Die Wachsamkeit einer jungen Mutter, fast selbst noch ein Kind. Die Klugheit einer Händlerin. Die junge Weberin winkt die Touristin heran, feine, leuchtend bunte Stoffe über den Arm drapiert. Du entkommst mir nicht!, sagt ihr Blick. Berti Kamps nickt. Natürlich hat sie ihr etwas abgekauft. Gute Geschäftsleute gibt es auf der ganzen Welt.

 

NRZ vom 30.09.2016


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