Kulturstiftung soll wiederbelebt werden

30. April 2019

Schermbeck. Die Kulturstiftung Schermbeck soll mit neuen Köpfen, neuer Marke und neuem Programm erneuert werden. Und mit einer Kuh.

Von Berthold Fehmer
Insgesamt 200.000 Euro, das Anfangsvermögen der Stiftung, wurden von der Volksbank und der Vorgängerin der heutigen Nispa vor 15 Jahren zu Verfügung gestellt. In den Anfangszeiten ließ sich mit den Zinserträgen einiges auf die Beine stellen, doch mittlerweile reichen die laut Bürgermeister Mike Rexforth nicht mehr, um allein die laufenden Kosten der Stiftung zu decken. Zudem hatte die langjährige Vorsitzende Brigitte Straus 2016 ihren Rücktritt von diesem Amt erklärt.

Die Situation war durchaus kritisch, gibt Rexforth zu. „Geht es weiter, oder müssen wir die Kulturstiftung beerdigen?“ Vor dieser Frage standen die Beteiligten. Ihm sei klar gewesen, dass es Zeit brauche, ein gutes Team zusammenzustellen. Das Gesicht des neuen Teams ist Marcell Oppenberg als neuer Vorsitzender, der sich daran erinnerte, dass der ehemalige Bürgermeister Wilhelm Cappell, immer noch Vorstandsmitglied der Kulturstiftung, schon vor 13 Jahren gesagt habe, dass er sich Oppenberg gut als künftigen Vorsitzenden der Stiftung vorstellen könne.


Einstimmig sei das Meinungsbild im Kuratorium dazu gewesen, sagt dessen Vorsitzender Mike Rexforth. Oppenberg (56), langjähriger Leiter der „Young People Big Band“, habe vielfältige Kontakte in alle Kulturkreise und zu Unternehmen, so Rexforth.
Dass Oppenberg voller Tatendrang ist, war beim Pressegespräch am Montag deutlich zu merken. Wobei er immer wieder auf das Team von gut einem Dutzend Mitgliedern hinwies, die mittlerweile rund 50, 60 Ideen erarbeitet hätten. Klar sei, dass man mit den zur Verfügung stehenden Mitteln „keine Bäume ausreißen kann“, so Oppenberg: „Ich brauche jeden Schermbecker, der uns unterstützen kann.“


Als stellvertretender Vorsitzender steht ihm Friedhelm Koch (ehemaliger Wirtschaftsförderer) zur Seite. Ebenfalls im Vorstand sind noch Brigitte Straus, vor allem zuständig für die Finanzen, sowie Wirtschaftsförderer Gerd Abelt und Sabrina Breiwe (Wirtschaftsförderung). Letztere sollen bei bürokratischer Arbeit, die es laut Rexforth in der Kulturstiftung reichlich gibt, aushelfen. Oppenberg sagte, ihm sei wichtig gewesen, der Kulturstiftung eine neue Marke zu geben. Unterstützung fand er dafür bei Peter Kaprolat, der bereits das Symbol der Schermbecker Werbegemeinschaft (eine Laterne) entwickelte. Der ehemalige Schermbecker, der eine Essener Werbe- und Marketinggesellschaft betreibt, löste mit seinem ersten Vorschlag gleich Begeisterung bei Rexforth aus: „Schermbecker Landhelden“, dazu ein Bild einer Kuh, solle mit „Augenzwinkern und ein bisschen Ironie“, so Kaprolat, „sympathisch und unaufgeregt cool“ als Botschafter für Schermbeck wirken. Vielleicht könne man das sogar mal für ein Merchandising etwa auf T-Shirts nutzen, so Kaprolat.


„The Rat Pack“
Für die erste Veranstaltung der „Kulturstiftung 2.0“, so Rexforth, konnte Profi-Musiker Kenneth G. Stewart „The Rat Pack“ mit dem Programm „Alive and swinging“ für den 14. Juni (20 Uhr, Begegnungszentrum) holen. An diesem Abend wird der Entertainer Frank Sinatra, Dean Martin und Sammy Davis jr. gehuldigt. Karten gibt es im Bürgerbüro, in der Volksbank und in der Nispa für 23 Euro, an der Abendkasse für 27 Euro. Auch auf der neuen Homepage kann man Karten erhalten und das Programm einsehen.


Kenneth Stewart sagt, Schermbeck habe mit dem Begegnungszentrum „ein super Lokal, wo man gute Konzerte machen kann“. Auch der Ort des Pressegesprächs, die ehemalige reformierte Kirche findet Stewart „super“. „Wir nutzen das gar nicht.“ Das soll sich aber ändern, denn sowohl für Hochzeiten als auch kleinere Veranstaltungen soll die Kirche in ein neues Licht gerückt werden. „Wir werden den Raum aufpeppen“, sagt Rexforth. Ein neuer Anstrich, neue Vorhänge und eine neue Bühne sind in diesem Jahr geplant.

Quelle: DZ vom 30.04.2019 Bild und Text B. Fehmer