Volksbank-Anbau mit Stadthaus-Charakter

19. August 2020

Vor­stand und die Ar­chi­tek­ten stel­len das ge­plan­te Scherm­be­cker Bau­pro­jekt vor. Es soll sich in das Orts­bild ein­fü­gen.

RP H. Scheffler

SCHERM­BECK | Zwei Jah­re nach der ers­ten Be­kannt­ga­be von Um­bau­plä­nen im Um­feld der Volks­bank-Haupt­ge­schäfts­stel­le an der Mit­tel­stra­ße ist [...] der ge­plan­te Er­wei­te­rungs­bau vor­ge­stellt wor­den. [...]

Die Vor­stands­mit­glie­der Rai­ner Schwarz und Nor­bert Scholt­holt schil­der­ten ein­gangs, war­um der Neu­bau nö­tig ist. Die Mit­ar­bei­ter­zahl sei in den ver­gan­ge­nen zwei Jahr­zehn­ten um 52 Pro­zent auf 81 ge­stie­gen, die Zahl der Kun­den um 48 Pro­zent auf 17.734 und die Zahl der Mit­glie­der so­gar um 61 Pro­zent auf 11.186. Die Bi­lanz­sum­me sei von 228 auf 535 Mil­lio­nen Eu­ro an­ge­stie­gen.

Die Volks­bank bie­tet bis­lang ih­re Dienst­leis­tun­gen im Orts­kern an zwei Stand­or­ten an. Künf­tig soll es ein Stand­ort sein. „So wer­den die We­ge kür­zer, die Ab­stim­mun­gen ver­lau­fen noch schnel­ler“, so Scholt­holt. Um Tei­le des An­ge­bo­tes in der We­seler Stra­ße zur Haupt­ge­schäfts­stel­le an der Mit­tel­stra­ße zu ho­len, war die Er­wei­te­rung des vor­han­de­nen Ge­bäu­des an der Mit­tel­stra­ße er­for­der­lich. Dass sich die Pla­nun­gen über ei­nen re­la­tiv lan­gen Zeit­raum er­streck­ten, hing vor al­lem mit dem Nach­weis der er­for­der­li­chen Stell­plät­ze zu­sam­men. Die De­tail­pla­nung des Bau­vor­ha­bens über­nahm das Dors­te­ner Ar­chi­tek­ten­bü­ro fun­ke + Fun­ke, BKB Ar­chi­tek­ten bri­lo + klein-bö­sing so­wie Za­chert + Hin­ter­ber­ger In­nen­ar­chi­tek­ten.

„Un­ser Auf­ga­be be­stand dar­in, die Er­wei­te­rung so zu ge­stal­ten, dass sie nicht zu auf­fäl­lig ist“, be­ton­te Ar­chi­tekt Jo­han­nes Bri­lo. Par­al­lel zur Apo­the­ker­ste­ge ent­steht bis zur Land­wehr in­klu­si­ve des Be­stands­ge­bäu­des ein 35 Me­ter lan­ger Bau­kör­per, der op­tisch in meh­re­re Tei­le ge­glie­dert wur­de, um den Cha­rak­ter von ein­zel­nen Stadt­häu­sern zu er­we­cken. Der jet­zi­ge Ein­gang an der Mit­tel­stra­ße bleibt be­ste­hen. Hin­zu kommt – et­wa ge­gen­über der Stadt­mau­er am nörd­li­chen Rand des Park­plat­zes in der Wall­gra­ben­zo­ne – ein zwei­ter Ein­gang, über den bar­rie­re­frei die ein­zel­nen Eta­gen des drei­ge­schos­si­gen Neu­baus er­reicht wer­den kön­nen.

Mo­ni­ka Hein­richs (fun­ke + Fun­ke) über­nahm ei­ne vir­tu­el­le Füh­rung durch das Ge­bäu­de. Ei­ne gro­ße Glas­fas­sa­de im mitt­le­ren Stock­werk trägt op­tisch da­zu bei, dass der lan­ge Bau­kör­per ge­glie­dert wird und da­durch nicht so mas­siv er­scheint. Fes­te Ar­beits­plät­ze wird es dau­er­haft nicht mehr ge­ben. Neue Ar­beits­for­men wie das Job-Sharing, das Desk-Sharing, das Co-working und die im­mer be­deut­sa­mer wer­den­de Be­ra­tung per Vi­deochat ma­chen ei­nen fes­ten Tisch im Bank­ge­bäu­de für je­den Mit­ar­bei­ter über­flüs­sig.

Nach der Fer­tig­stel­lung des Neu­baus und dem Um­zug der Ab­tei­lun­gen im jet­zi­gen Zweit­stand­ort am Rat­haus bleibt nur noch die Volks­bank Di­rekt (SB) am Zweit­stand­ort. Die frei wer­den­den Räu­me wer­den an Dienst­leis­ter ver­mie­tet. Ver­mie­tet wer­den auch wei­ter­hin die Woh­nun­gen im Ober­ge­schoss. Da­durch re­du­zie­ren sich die ge­sam­ten In­ves­ti­ti­ons­kos­ten in Hö­he von rund vier Mil­lio­nen Eu­ro deut­lich – und zwar, so Schwarz „auf ei­nen sechs­stel­li­gen Be­trag“.

 

Und was wird aus dem Standort Gahlen?

Stra­te­gi­sche La­ge wich­tig Die Kon­zen­tra­ti­on der Ar­beits­ab­läu­fe auf ei­nen ein­zi­gen Stand­ort be­zieht sich nur auf die bei­den Scherm­be­cker Volks­bank-Stand­or­te, aber nicht auf die Zweig­stel­le in Gah­len. Das un­ter­strich am Diens­tag der Vor­stand. Die stra­te­gi­sche La­ge sei zu wich­tig.

 

Quelle: RP vom 19. August 2020; Bild und Text Helmut Scheffler