Grundschüler pflanzen Bäume in der Rüster Mark

16. April 2019

Volksbank-Wald wächst dank der Schülerhilfe weiter.

Von Helmut Scheffler
Schermbeck. Der Übergang vom Schulunterricht zu den Osterferien bescherte etwa 120 Jungen und Mädchen der Schermbecker Grundschulen am Freitag einen Aufenthalt in den Waldungen der Rüster Mark. Während anderswo Schüler am „Friday for Future“ gegen die Klimapolitik demonstrierten, bewiesen die Schermbecker Schulkinder, dass eigenes Handeln einen konkreten Beitrag zum Klimaschutz leisten kann.
Die Abschlussklassen der Maximilian-Kolbe-Schule und der Gemeinschaftsgrundschule waren von der Volksbank Schermbeck eingeladen worden, die das Projekt „Volksbank und Wald“ nach ihrer 125-Jahrfeier 2016 startete.


300 junge Bäume gepflanzt
An zwei der fünf Stationen, die die Banker mit dem Regionalverband Ruhr (RVR) und dem Forstamt Schermbeck auf etwa eineinhalb Hektar eingerichtet hatten, ging es um Pflanzmaßnahmen. Maike Willuweit und Andreas Majdanuk erklärten die Bedeutung von Bäumen für Natur und Volkswirtschaft. Die Schüler pflanzten etwa 300 junge Bäume: Wildäpfel, Wildbirnen, Wildrosen, Weißdorn und Schwarzdorn.

„Die Kinder sollen einen engeren Bezug zum Wald bekommen“, beschrieb Förster Christoph Beemelmans das Ziel: „Dann werden sie auch verstehen, dass im Wald aktiver Umweltschutz betrieben wird.“
An einer benachbarten Station ging es unter Leitung von Jürgen Baltes und Christa Beemelmans darum, angesichts des Insektensterbens der letzten zwei Jahrzehnte ein wenig gegenzusteuern. „Wir pflanzen eine Blumenwiese“, hieß das Motto. Die Kinder vermischten Blumensamen mit Sand, brachten das Gemisch auf eine vorbereitete Fläche aus, harkten es in den Mutterboden ein, bevor sie den gelockerten Boden mit einer Walze verdichteten. Zur Belohnung gab es von Christa Beemelmans pro Kind eine Tüte mit Samen von Bienenfutterpflanzen, die die Kinder mit ihren Eltern im heimischen Garten aussäen sollen.
Drei Stationen entlang des Ameisenpfades dienten nicht direkt einer Pflanzaktion, boten aber gute Möglichkeiten, das Ökosystem Wald näher kennen zu lernen.
Aus wirtschaftlichen Gründen wird eines Tages ein Teil der gepflanzten Bäume gefällt werden, damit Möbel, Dächer, Boote und weitere Alltagsgegenstände hergestellt werden können. Wie man gefällte und entastete Stämme zum Verladeplatz bringen kann, zeigten Michael Rohlf und Heribert Triptrap den Kindern. Nachdem die Kinder vergeblich versucht hatten, als Tauzieher einen Traktor am Start zu hindern und einen wuchtigen Baumstamm zu bewegen, erlebten sie, dass ein 170-PS-Traktor mühelos einen 10 Meter langen Stamm über den Waldboden ziehen kann.
RVR-Ranger Dirk Bruszies stellte die Vogelwelt vor und deren Vorlieben für unterschiedliche Nisthilfen. Eine Fülle von Details erfuhren die Kinder, bevor ein Nistkasten für Kleinmeisen gebaut wurde. Jedes Kind durfte mit einer Bohrmaschine helfen, die vorgefertigten Holzteile zu verschrauben.
Am Ende galt es, ein Quiz zu lösen. Christoph Beemel mans: „Jeder gepflanzte Baum ist ein Garant für die bessere Luft und für die Bindung von CO2.“ Er lädt weitere Schulen ein, sich für Aktionen im Wald anzumelden. Tel. (02856) 4491; E-Mail: beemelmans@rvr-online.de

 

Quelle: DZ vom 16.04.2019 H. Scheffler

Bilder: Volksbank Schermbeck